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Kommunalverwaltungen gehören zu den anspruchsvollsten und zugleich am stärksten unterversorgten Umgebungen für die digitale Transformation. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im öffentlichen Dienst arbeiten an der Schnittstelle von rechtlicher Verantwortlichkeit, Bürgererwartungen, abteilungsübergreifender Komplexität und chronisch knappen Ressourcen. Während die Privatwirtschaft KI-gestützte Workflows längst zur Produktivitätssteigerung einsetzt, hinken Kommunen oft hinterher – nicht aus mangelndem Willen, sondern weil die Fehlerkosten höher und die Prozesse einzigartiger sind.
In unserem Unternehmen begleiten wir öffentliche Auftraggeber in zahlreichen Kommunen – und das Muster der Herausforderungen ist dabei bemerkenswert konsistent. Ausschusssitzungen produzieren Entscheidungen, die nie als saubere Aufgabenlisten dokumentiert werden. Bürgerinnen und Bürger warten in der Warteschleife oder brechen Serviceanfragen ab. Genehmigungsverfahren ziehen sich über Monate. Haushaltsprozesse laufen über Tabellenkalkulationen, die selbst erfahrene Kämmerer nervös machen. Und das alles untermauert von einem strukturellen Problem: Institutionelles Wissen geht verloren, sobald eine langjährige Fachkraft in Rente geht oder eine Abteilung umstrukturiert wird. Das sind keine kleinen Ineffizienzen – in der kommunalen Verwaltung führen sie direkt zu verzögerten Infrastrukturprojekten, unzufriedenen Bürgerinnen und Bürgern sowie Prüfungsrisiken.
Die gute Nachricht: Eine neue Generation von KI-Tools ist genau für diese Herausforderungen entwickelt worden. Im Folgenden stellen wir die wirkungsvollsten Lösungen vor – welches Problem sie lösen, wie sie es lösen und wie ein konkreter Verwaltungsworkflow damit aussieht.
Sally AI: Wissenserhalt in Ausschusssitzungen und abteilungsübergreifender Koordination
Eine der hartnäckigsten Governance-Herausforderungen in der Kommunalverwaltung ist der sogenannte Wissensverlust: Das institutionelle Gedächtnis, das sich in Luft auflöst, wenn Sitzungsentscheidungen nicht präzise dokumentiert werden, wenn Ausschussergebnisse in manuell erstellten Protokollen verschwinden oder wenn eine zentrale Koordinationsstelle vakant wird und das undokumentierte Kontextwissen mitnimmt. In einer Beschaffungssitzung mit externen Lieferanten oder in einem verwaltungsübergreifenden Abstimmungsgespräch kann ein fehlendes Arbeitsprotokoll nicht nur operationale, sondern auch rechtliche und reputationsbezogene Konsequenzen haben.
Sally AI löst dieses Problem durch KI-generierte Sitzungszusammenfassungen, strukturierte Aufgabenlisten und durchsuchbare Protokollhistorien für interne wie externe Meetings. Stellen Sie sich ein Stadtplanungsamt vor, das wöchentliche Koordinationsgespräche mit Baurechtsamt, Tiefbauabteilung und externem Ingenieurbüro führt. Ohne strukturierte Dokumentation verlässt jede Partei das Meeting mit einer anderen Interpretation der getroffenen Entscheidungen. Mit Sally AI erzeugt das Meeting unmittelbar ein strukturiertes Ergebnis: Beschlossenes, Verantwortliche, Fristen. Wenn Mitarbeitende wechseln – wie es im öffentlichen Dienst regelmäßig vorkommt – kann die Nachfolge die gesamte Sitzungshistorie in Minuten aufarbeiten, statt mühsam Kolleginnen und Kollegen um Rückblicke zu bitten. Für Kommunen, die auf Verwaltungskontinuität angewiesen sind, ist Sally AI kein reines Produktivitätstool – es ist ein Instrument des Risikomanagements.

Tyler Technologies Resident AI Assistant: Bürgerservice modernisieren und skalieren
Kommunale Servicestellen stehen unter Druck von allen Seiten. Bürgerinnen und Bürger erwarten 24/7-Erreichbarkeit – einen Standard, den der Privatsektor gesetzt hat –, während Personalbudgets stagnieren und das Anfragevolumen weiter wächst. Standardanfragen zu Müllabfuhrterminen, Bearbeitungsstand von Baugenehmigungen, Bebauungsvorschriften oder Zahlungsfristen binden erhebliche Kapazitäten im Frontoffice, die dann für komplexe Vorgänge fehlen, die wirklich menschliches Urteilsvermögen erfordern.
Der Resident AI Assistant von Tyler Technologies ermöglicht natürlichsprachliche, rund um die Uhr verfügbare Bürgerunterstützung, sodass Einwohnerinnen und Einwohner Behördenleistungen eigenständig und ohne Wartezeit navigieren können. Eine Person, die wissen möchte, welche Unterlagen für die Baugenehmigung einer Dachsanierung erforderlich sind, erhält auf eine einfache Frage sofort eine strukturierte, lokal zutreffende Antwort – auch sonntags um 22 Uhr. Das System nutzt die eigene Wissensdatenbank der Verwaltung und liefert damit keine generischen, sondern standortspezifische Auskünfte. Für kommunale Digitalisierungsbeauftragte bedeutet das eine messbare Reduktion des Anrufaufkommens und eine nachweisbare Verbesserung der Bürgerzufriedenheit – zwei Kennzahlen, die in Verwaltungsleistungsberichten und bei der Bewertung öffentlicher Daseinsvorsorge zunehmend Gewicht haben.

Tyler Enterprise Community Development: KI-gestützte Baugenehmigung und Planungsprozesse
Das Baugenehmigungswesen ist eine der volumenreichsten und reibungsintensivsten Aufgaben in der Kommunalverwaltung. Eine mittelgroße Stadt bearbeitet jährlich Tausende von Bauanträgen – für Wohngebäude, gewerbliche Bauten, Infrastrukturmaßnahmen und Ordnungsverfahren. Jeder Antrag berührt mehrere Fachbereiche: Stadtplanung, Baurechtsprüfung, Technische Prüfdienste, Rechtsamt, Kämmerei. Die manuelle Koordination zwischen diesen Stellen erzeugt Bearbeitungsstaus, die Bauprojekte verzögern, Investoren und Privatpersonen frustrieren und Kommunen einem Verfahrensrisiko aussetzen.
Die Enterprise-Community-Development-Plattform von Tyler automatisiert den gesamten Lebenszyklus von Baugenehmigungsverfahren: Eingang, Weiterleitung, Prüfterminplanung, Konformitätsprüfung und Fallmanagement im Ordnungsrecht. Ein konkretes Beispiel: Ein Investor reicht einen Antrag für ein gemischt genutztes Stadtentwicklungsprojekt ein. Statt des Antrags in der Warteschlange zu verweilen, während ein Sachbearbeiter manuell identifiziert, welche Fachbereiche in welcher Reihenfolge involviert sein müssen, leitet die Plattform den Antrag automatisch weiter, markiert potenzielle Bebauungsplankonflikte und stellt dem prüfenden Sachbearbeiter die relevanten Rechtsgrundlagen bereit. Prüferinnen und Prüfer erhalten KI-gestützte Terminplanung basierend auf Baufortschritt und Ressourcenverfügbarkeit. Das Ergebnis: schnellere Genehmigungsverfahren, lückenlose Verfahrensdokumentation und Skalierbarkeit ohne proportionales Personalwachstum – ein entscheidender Faktor für wachsende Kommunen mit angespannter Haushaltslage.

OpenGov: KI-gestützte Finanzplanung für den kommunalen Haushaltszyklus
Die Haushaltsplanung in der öffentlichen Verwaltung ist nach wie vor einer der tabellenkalkulationsabhängigsten und zeitaufwändigsten Prozesse in der Kommunalverwaltung. Kämmereimitarbeitende verbringen Wochen damit, Daten aus verschiedenen Fachbereichen zu konsolidieren, mehrjährige Prognosen manuell zu erstellen und Berichte zu produzieren, die bei Fertigstellung oft schon nicht mehr aktuell sind. Die Erkennung von Abweichungen – ungewöhnliche Ausgabenentwicklungen oder sich abzeichnende Einnahmeausfälle – hängt von der Aufmerksamkeit von Analysten ab, die bereits stark ausgelastet sind.
OpenGov bringt KI-gestützte Finanzprognosen in den kommunalen Haushaltszyklus. Die Plattform ermöglicht es Kämmereiabteilungen, mehrjährige Projektion automatisiert zu erstellen, verschiedene Finanzszenarien zu modellieren und Abweichungen in Einnahme- und Ausgabetrends in Echtzeit zu erkennen. Ein praktisches Beispiel: Ein Stadtkämmerer, der ein Portfolio aus Infrastrukturfördergeldern und allgemeinen Haushaltsmitteln verwaltet, kann Szenarioanalysen in Minuten durchführen – etwa: „Wie sieht unser Investitionshaushalt aus, wenn die Grundsteuereinnahmen um acht Prozent hinter dem Plan zurückbleiben?" Wenn OpenGov einen unerwarteten Anstieg in einem Kostenstellenbereich während des Haushaltsjahres meldet, kann die Kämmerei noch im laufenden Jahr eingreifen – statt die Abweichung erst beim Jahresabschluss zu bemerken. Für Kämmerer und Finanzverantwortliche in kommunalen Verwaltungen ist das der Unterschied zwischen reaktiver und proaktiver Haushaltsführung.

Esri GeoAI und Imagery AI: Räumliche Intelligenz für Infrastruktur und Stadtplanung
Kommunales Liegenschaftsmanagement und Bauleitplanung sind auf präzise, aktuelle Geodaten angewiesen – und diese Daten aktuell zu halten ist ressourcenintensiv. Gebäudegrundrisse manuell zu erfassen, Flächennutzungsänderungen zu überwachen oder den Infrastrukturzustand eines gesamten Stadtgebiets regelmäßig zu prüfen, ist in der Häufigkeit, die eine moderne Verwaltung benötigt, schlicht nicht umsetzbar. Genau hier liefert geospatiale KI einen Mehrwert, der keine manuelle Alternative hat.
Die GeoAI- und Imagery-AI-Werkzeuge von Esri wenden Deep-Learning-Workflows auf Satelliten- und Luftbilder an, um automatisch Objekte zu erkennen und zu klassifizieren – Gebäudegrundrisse, Vegetationseinwuchs, Straßenzustand, Veränderungen an Entwässerungsinfrastruktur – in einem Maßstab und mit einer Geschwindigkeit, die neue Möglichkeiten für kommunale Fachbereiche eröffnet. Eine Gemeinde, die eine umfassende Grundstücksneuberechnung plant, kann Esris Imagery AI nutzen, um Gebäude zu identifizieren, die seit dem letzten Bewertungszyklus verändert oder erweitert wurden, und diese automatisch zur Nachprüfung zu markieren – ohne manuellen Abgleich von Luftbildarchiven. Für Stadtplanerinnen, GIS-Analysten und Infrastrukturmanager verwandelt diese Fähigkeit, was bisher ein mehrjähriges manuelles Erfassungsprojekt war, in eine regelmäßig aktualisierte, KI-gepflegte Geodatenintelligenz, die direkt in Planungs-, Compliance- und Investitionsentscheidungen einfließt.

Google Cloud Public-Sector AI Stack: Fundament für maßgeschneiderte kommunale KI-Dienste
Nicht jeder kommunale Workflow lässt sich auf eine fertige Standardlösung abbilden. Kommunen haben häufig spezifische Prozessanforderungen – Integrationen mit Altsystemen, landesspezifische Rechtsworkflows oder behördenübergreifende Datenaustauschpflichten – die einen eigenen Entwicklungsansatz erfordern, statt einer konfigurierten Standardlösung. Für Kommunen mit entsprechender IT-Kapazität bietet der Google-Cloud-Stack für den öffentlichen Sektor ein leistungsfähiges Fundament.
Gemini for Government und Vertex AI sind als Bausteine für KI-Agenten und integrierte Verwaltungslösungen positioniert, eingebettet in die Sicherheits- und Compliance-Architektur von Google Cloud. Eine städtische IT-Abteilung könnte Vertex AI nutzen, um einen eigenen Dokumentenklassifizierungsagenten zu entwickeln, der eingehende Korrespondenz – Bebauungsplanobjektionen, Informationsfreiheitsanfragen, Lieferantenrechnungen – automatisch dem richtigen Fachbereich und Workflow-System zuweist. Oder ein Regionalverband entwickelt einen Gemini-basierten internen Wissensassistenten, der Mitarbeitenden ermöglicht, Verwaltungsvorschriften, Beschlussvorlagen und Verfahrenshandbücher in natürlicher Sprache abzufragen. Die Flexibilität des Stacks bedeutet, dass Kommunen keine Kompromisse bei spezifischen Anforderungen eingehen müssen – und da die Infrastruktur cloud-nativ ist, wächst sie mit dem Bedarf mit und erfüllt die Datensouveränitätsanforderungen, die öffentliche Träger zunehmend nachweisen müssen.

Empfehlung: Der vollständige KI-Tool-Stack für Kommunalverwaltungen
Einzelne Tools lösen einzelne Probleme. Die Kommunen, die die größten Effizienz- und Governance-Gewinne erzielen, sind jene, die KI-Einführung als vernetztes Ökosystem betrachten und nicht als Sammlung von Insellösungen. Auf Basis unserer Projekterfahrung mit zahlreichen öffentlichen Auftraggebern zeigen wir, wie ein kohärenter kommunaler KI-Stack zusammenpasst.
Kernschicht: Produktivität und institutionelles Gedächtnis
Sally AI bildet das Fundament der internen Betriebsorganisation. Jede bedeutende Sitzung – vom Ausschuss über die Vergaberunde bis zum Lagebesprechungsgespräch – erzeugt ein strukturiertes, durchsuchbares Protokoll. Das ist das Bindegewebe, das Wissensverlust über Abteilungen und Personalwechsel hinweg verhindert.
Frontoffice-Schicht: Digitale Servicerbringung
Der Resident AI Assistant von Tyler Technologies übernimmt das bürgernahe Eingangsmanagement und entlastet den Frontoffice-Betrieb bei Standardanfragen, während komplexere Vorgänge an das zuständige Fachpersonal weitergeleitet werden. Ergänzend verwaltet Tylers Enterprise Community Development die Genehmigungs- und Planungsverfahren, die an der Schnittstelle von Bürgernachfrage und Verwaltungshandeln liegen, mit durchgehender Fallautomatisierung.
Finanzintelligenz-Schicht
OpenGov steuert die Haushaltsplanung und das Finanzcontrolling mit KI-gestützter Prognose, Szenariomodellierung und Abweichungsfrüherkennung. Um OpenGov sinnvoll in den Gesamtstack einzubinden, sollten Finanzdatenausgaben mit dem ERP-System der Kommune verbunden werden – ob Tyler-eigene Finanzmodule oder Drittsysteme wie SAP Public Services oder Oracle Government – damit Planwerte und Ist-Daten plattformübergreifend synchronisiert bleiben.
Geodaten-Intelligenz-Schicht
Esri GeoAI erweitert den Stack in die räumliche Dimension und liefert Bildanalysen und Asset-Inventardaten, die in die Bauleitplanung, das Infrastrukturmanagement und Investitionsentscheidungen einfließen. Esri lässt sich gut mit Genehmigungs- und Stadtentwicklungsplattformen verknüpfen, sodass Geodaten aus GeoAI die Workflows in Tyler Community Development anreichern können – etwa durch die automatische Markierung von Bauanträgen in Gebieten mit Hochwasserrisiko oder Denkmalschutz.
Infrastruktur- und Eigenentwicklungs-Schicht
Der Google-Cloud-Public-Sector-Stack liefert das Fundament für alle KI-Eigenentwicklungen, die die Verwaltung benötigt – maßgeschneiderte Agenten, Dokumentenverarbeitungspipelines, behördenübergreifende Datenintegrationen –, auf Basis der Sicherheitsarchitektur und Compliance-Kontrollen, die kommunale IT-Anforderungen verlangen.
Integration und CRM-Empfehlungen
Die Verbindung dieser Schichten erfordert eine durchdachte Middleware- und Data-Governance-Strategie. Kommunen sollten die Einführung eines Bürger-CRM-Systems prüfen – Salesforce Government Cloud und Microsoft Dynamics 365 for Government sind im öffentlichen Sektor am weitesten verbreitet –, um eine einheitliche Sicht auf Bürgerinteraktionen über alle Servicekanäle hinweg zu erhalten. API-Integrationsschichten wie MuleSoft oder Azure Integration Services können die verschiedenen Plattformen auf Datenebene verbinden, sodass eine Bürgeranfrage im Tyler Resident Assistant, ein Genehmigungsfall in Community Development und eine Budgetposition in OpenGov in einem kohärenten operationalen Lagebild für die Verwaltungsführung zusammenfließen.
Der hier beschriebene Stack ist kein theoretisches Konstrukt. Er spiegelt die Konfiguration wider, die wir in der Praxis bei Kommunen beobachten, die die digitale Modernisierung ernsthaft angehen – und er ist so konzipiert, dass er inkrementell aufgebaut werden kann. Lokale Verwaltungen können mit dem Bereich starten, der ihren dringlichsten Bedarf adressiert, und den Stack schrittweise erweitern.


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